ALBRECHT-BERBLINGER-GRUNDSCHULE

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Schulen in Ulm und im Ulmer Westen im 20. Jahrhundert

Um 1910 bestanden in Ulm in den einzelnen Stadtvierteln insgesamt 13 Volksschulen, die damals von der 1. bis zur 8. Klasse führten. Das waren zehn evangelische Volksschulen, eine katholische Volksschule und zwei Armenschulen mit Schulgeldfreiheit.
Im Ulmer Westen gab es bis zum Ende des 2. Weltkrieges an Volksschulen
die Wagnerschule (beim Ehinger Tor am Standort des heutigen Scholl-Gymnasiums), die Blauring-Schule (am Standort des heutigen Schubart-Gymnasiums) und in Söflingen die Meinloh-Schule. Der Kuhberg war zu dieser Zeit zum größten Teil noch unbebaut.
Die Luftangriffe auf Ulm im 2. Weltkrieg vernichteten 82 Prozent der Schulräume im gesamten Stadtbereich. 1949 wurde als erster Schulneubau in Ulm nach dem Krieg die Friedensschule als 4klassige kleine Volksschule gebaut. Es folgten an weiteren Volksschulen bis 1953 die Berblinger-Schule, die Jörg-Syrlin-Schule und die Hans-Multscher-Schule.

 

GESCHICHTE DER ALBRECHT-BERBLINGER-GRUNDSCHULE

Die Albrecht-Berblinger-Schule wurde 1951 als 16klassige größere Volksschule gebaut. Die Namen und Schreibweisen schwankten, mal wurde sie auch Berblingerschule oder Römerschule genannt. Die Schule war nach schweizerischem Vorbild erstellt – u. a. mit einbündigen Fluren und daran aufgereihten Klassenzimmern - und wurde damals als schönste Schule Württembergs bezeichnet! (Zeitungsartikel) Sie umfasste die achtklassige Jungen-Volksschule, in der die heutige Hauptschule untergebracht ist, und die achtklassige Mädchen-Volksschule, in deren Räumen sich heute die Grundschule befindet. Von Anfang an gab es für beide Schulen getrennte Schulleitungen.

Anfang der 60er Jahre wurden in Baden-Württemberg die Koedukation, die Trennung in Grundschule und Hauptschule und die Erweiterung der Hauptschule bis zur 9. Klasse eingeführt. Damit wurden aus den beiden Volksschulen die Albrecht-Berblinger-Grundschule und die Albrecht-Berblinger-Hauptschule geschaffen.
1984 wurde Bärbel Peschke (Zeitungsartikel) als Rektorin an der Albrecht-Berblinger-Grundschule eingesetzt, die seitdem dort die Schule leitet. Der Anteil ausländischer Kinder an der Grundschule betrug Mitte der 80er Jahre etwa 68 Prozent, davon waren gut die Hälfte türkische Kinder. Da deren Mütter meistens keine oder nur weniger Deutschkenntnisse hatten, wurde 1985 auf Initiative einer Mutter an der Schule ein Deutschkurs für türkische Mütter eingerichtet (Zeitungsartikel), der von der Lehrerin Ursula Busch geleitet wurde und mehrere Jahre lief.
1987/88 gab es für die Grund- und für die Hauptschule eine Generalsanierung (Zeitungsartikel,Zeitungsartikel).
Anlässlich des 40jährigen Schuljubiläums der Grundschule im Juni 1991 (Zeitungsartikel) sprach der damalige Schulrat Oswald Niemela von den 16 verschiedenen Nationen, aus denen sich die Schüler zusammensetzten und dass rund 60 Prozent aller Kinder intensive sprachliche Förderung benötigten. Er hob die „unwahrscheinlich gute Arbeit des Lehrerteams bei der multikulturellen Erziehung“ hervor. Unter den vielfältigen Projekten der Grundschule in diesen Jahren nahm 1991 das Projekt „Zukunftsvorstellungen“ (Zeitungsartikel) mit der Lehrerin Dorothea Hölscher sicherlich einen besonderen Platz ein. Die Aufsätze ihrer Viertklässler zu diesem Thema wurden in einem viel beachteten Buch zu Gunsten von Unicef veröffentlicht.
Anfang 2001 erhielt die Albrecht-Berblinger-Grundschule einen westlichen Anbau Richtung Sporthalle: Es gab jetzt vier zusätzliche Klassenzimmer, eine Aula, zwei Gruppenräume und im Erdgeschoss einen Verwaltungstrakt mit Rektorat, Sekretariat und Bibliothek. Die Berblinger-Hauptschule bekam einen östlichen Anbau Richtung Römerstraße. Das 50jährige Schuljubiläum im Juni 2001 (Zeitungsartikel) feierten die Grund- und die Hauptschule gemeinsam. Die Schulleitungen stellten in ihren Ansprachen die große Bedeutung der Sozialkompetenz in der schulischen Erziehung heraus. Der Bürgermeister Ivo Gönner betonte neben seinem Dank an beide Schulen für ihre Arbeit bei der „Bildungsoffensive“ auch die Notwendigkeit des elterlichen Engagements bei der Erziehung der Kinder.

Hier ist die Schule 1951 von der Römerstraße aus zu sehen mit einem Sgraffitto-Kunstwerk des Ulmer Künstlers Wilhelm Geyer. Die Wandmalerei und die Uhr mussten 2001 im Zuge des Anbaus der Berblinger-Hauptschule weichen.

Eine Neuheit war – wie in der Friedensschule – die Markisenanlage gegen zu grelles Licht bei den Räumen in Südlage. Die orange-roten Markisenstreifen in Verbindung mit dem weißen Verputz ließen einen damaligen Zeitungsredakteur an südlichere Gefilde, gar ans Tessin, denken! Auf diesem Foto ist übrigens schön die damalige Straßenbahnlinie zum Kuhberg zu sehen.

Dies ist der Grundriss von 1951. Rechts oben ist die Sedanstraße, links oben der Ulanenweg und unten die Römerstraße. Gerühmt wurden am Neubau u.a. die überdachten Pausenhallen, die Verbindung zur Turnhalle und die terrassenförmig angelegten Grünanlagen zur Römerstraße hin. Es gab drei Schulhöfe und eine Spielwiese. An Spezialräumen gab es einen Naturkundesaal, einen Singsaal, einen Handarbeits- und Zeichensaal, einen Werkraum, eine Schulküche, eine Waschküche, einen Essraum, einen Kinderhort, eine Bibliothek und ein Lehrerzimmer. Im Norden war die Turnhalle mit überdachtem Gang, im Süden eine Hausmeisterwohnung.
Hier ist der Eingang Römerstraße zu sehen.
Die Klassenräume von 6,50 m Breite, 9,00 m Länge und 3,20 m Höhe boten für damalige Verhältnisse etwa 40 Schülern reichlich Platz. Neuartig waren in der Schule auch das bewegliche Schulgestühl, die Schultafeln mit grüner Schreibfläche und die gegenüber der Fensterwand durchgehend über die Länge angebrachten Zeichentafeln. Die Fenster hatten – wie auch heute noch – Oberlichtbelüftung. Eine Lautsprecheranlage mit Schulfunkanschluss für alle Klassen war installiert. Die damals an der Rückwand befindlichen, mit Schiebetüren versehenen und entlüfteten Garderobenschränke gibt es heute nicht mehr.
Im Singsaal.
Der Betrachter schaut von der Jungenschule (der heutigen Hauptschule) auf den Pausenhof der Jungen und auf die dahinter liegende Mädchenschule (die heutige Grundschule).
Die Türen hatten übrigens in jedem Flur eine andere Farbe, hier blau, dort rot, gelb oder grün.

Das Wandbild der Pausenhalle in der Mädchenschule wurde 1951 vom Söflinger Künstler Wilhelm Luib gestaltet. Anfang der 90er Jahre wurde es verkleidet, da es nicht mehr zu einer modernen Grundschule passte.
Die damaligen Schülerinnen und Schüler, die Ostern 1951 von der Wagnerschule und von der Friedensschule in die Römerschule zogen, waren über ihre neue Schule fast durchweg begeistert.
Es folgen Aussprüche, Zeichnungen und ein Gedicht der Kinder und Jugendlichen aus der damaligen Schülerzeitung „Ulmer Schachtel“.
Das Titelblatt der Schülerzeitung „Ulmer Schachtel“ vom April 1951.

„Ulm hat so viele Schulkinder, dass die vorhandenen Schulen nicht mehr ausreichten und demzufolge überfüllt waren. Um diesen Platzmangel loszuwerden, ging man daran, die Römerschule zu bauen.“(Harry Bohl) „Auf dem freien Platz zwischen dem Ulanenweg und der Römerstraße waren Gärten angelegt. Doch plötzlich verschwanden sie und Bagger rollten mit dumpfem Motor heran, hoben riesige Löcher aus. Lastwagen brausten daher, um die Erde wegzuführen.... Es sollte eine Bubenschule geben. Sie sollte unser Ostergeschenk sein.“ (W.Weitzel) „An einem Montag nach Ostern begann der Unterricht noch in der Wagnerschule. Ich erfuhr auf dem Schulweg die freudige Nachricht: Wir kommen in die neue Schule! Vor Freude machte ich einen Sprung und im Galopp gings in die Wagnerschule. Überall hörte man die Schüler schreien: Es geht in die neue Schule! Nun war die Klasse aufgestellt und der Lehrer sagte, die Schule sei für uns fast zu schön. Aber wenn man aufpasst, bleibe sie auch schön. Dann gings los. Je mehr wir uns der Römerschule näherten, desto mehr Neugier und Spannung packten mich.“ (Hans Fink) „Wir betraten unser Klassenzimmer, das eigentlich als Naturkunderaum gedacht war. Jeder hat seinen Stuhl, sein Fach für Hefte unter der Bank und andere Sachen für sich. Nun kann man wiederum sagen, dass die neue Schule auch überfüllt ist. Der Bibliotheksraum, die Küche und andere Räume sind vorläufig Klassenzimmer geworden. Aber jetzt hat wenigstens jede Klasse ihr eigenes Klassenzimmer. (leider noch nicht! Red.) Der andere Vorteil ist, dass die Buben und Mädchen jetzt eine eigene Schule haben. Die Wagnerschule sieht gegen die helle, freundliche Römerschule düster und finster drein. Im Mai, wenn die Turnhalle fertig ist (siehe untere Zeichnung rechts), wird die Einweihung vollzogen.“ (Harry Bohl) „Die Wagnerschule war doch schön. Ich wäre lieber dort geblieben, denn ich hatte mich schon an sie gewöhnt.“(Manfred Schauber), 8. Schuljahr.

D ´ n e i S c h u e l
Es war grad so an Tag wia heit,
s´hand gschafft auf ra Platz viel Leit.
I han gfrogt an Arbeiter –
ond vorwitzigte immer weiter .....
er hot gsait, i kem do nei.
Do han I an Luftsprung gmacht “Juhei!”

Als i en di nei Schuel nei be,
do war i platt, Mensch is dui sche!!!
D´Fenstersimsa send wia aus Marmorstein,
alles andere is au so sauber ond rein.
Des hätt i net denkt, als i saß
In onsrem luftigen Zimmerlein.

Helmut Nelles, 8. Schuljahr

„Am 2.4.51 sind wir von der Friedensschule in die neue Römerschule umgezogen.” (M.M.) „Wir werden sogar von den Oberschülern beneidet, weil sie sagen, dass da Luxus drin ist. Der Stadt Ulm sind wir aber dankbar, dass sie so eine schöne Schule hinstellte.“ (J.U.) „Das Schulhaus ist 2 Stock hoch. In den Gängen ist es sehr hell.“ (D.K.) „Jedes Stockwerk hat seine eigene Farbe. Parterre ist grau, 1. Stock grün, 2. Stock gelb angestrichen.“ (M.M.) „Auch die Klassen sind hell, groß und farbenfroh. Wenn es ehr heiß ist, werden Markisen heruntergelassen.“(D.K.) „ Der Zeichensaal wird von beiden Seiten beleuchtet, dass es keinen Schatten gibt.“(H.P.U.) „Wir freuen uns auch schon auf die Turnhalle, die noch im Rohbau steht.“(H.L.) „Dann gibt es noch etwas Besonderes: Der Werkraum, der für uns alle das Liebste ist. Dort möchte jeder zuerst basteln und fleißiger sein als sonst. Der Rektor hat ein Mikrofon, womit er die Lehrer anrufen kann. Jede Klasse hat dafür und für den Schulfunk einen Anschluß.“(Th.M.) „In diese Schule sind so viele Schüler gekommen dass die Schulräume nicht ausreichen.“(D.V.) „Nicht alle Schüler können in den schönen Räumen Unterkunft finden. Zum Beispiel wir. Wir sind auch nur in einer Küche untergebracht.“(H.K.) Das ist das einzige, was uns weniger gefällt.“(D.K.) „In der Friedensschule gefiel es mir viel besser.“(H.L.), Klasse 4c.

 

Gudrun Slama (Lehrerin)

Quellen:
• Aufbau in Ulm. Rathaus, Berblingerschule, Gänstorbrücke. Festschrift zur Einweihung im Juni
und August 1951, Stadtverwaltung Ulm, S. 51-69
• Menschen mit Geschichte(n). 100 Jahre Ulmer Weststadt. Geschichtswerkstatt Ulmer Weststadt, 2003
• Ulm Stadtgeschichte, Hans Eugen Specker, Süddeutsche Verlagsgesellschaft Ulm 1977,
S. 242-243
• Ulmer Schachtel, Schülerzeitung der Volksschule Ulm, April 1951, 3.Jahrg./Nr.3, S.1-2
•Aufbau in Ulm. Rathaus, Berblingerschule, Gänstorbrücke. Festschrift zur Einweihung im Juni und August 1951, Stadtverwaltung Ulm, S. 51-69
•Ulm Stadtgeschichte, Hans Eugen Specker, Süddeutsche Verlagsgesellschaft Ulm 1977, S. 242-243
•Ulmer Schachtel, Schülerzeitung der Volksschule Ulm, April 1951, 3.Jahrg./Nr.3, S.1-2Neu-Ulmer Anzeiger, 19.9.1991
•Schwäbische Zeitung, 31.3.1951, 6.10.1987
•Südwest Presse, 13.9.1984, 15.8.1987, 3.3.1988, 17.6.1991, 2.7.2001, 9.2.2007

 

     

 

 

   
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